Unser neue Alltag ist geprägt von ständiger Erreichbarkeit und einer Flut von Informationen. Nicht zuletzt liegt dies an der unaufhaltsamen Digitalisierung, die sich in Form von Computern, Smartphones und natürlich dem World Wide Web manifestiert. Wenn man früher gemütlich die Sonntagszeitung gelesen hat, gibt es heutzutage Push-Nachrichten und schnelle News verpackt in kurzen Videos, die uns alles in verdaulichen Häppchen servieren. Da ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen Probleme mit ihrer Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration haben. Diesem Schicksal muss man sich jedoch nicht hingeben. Denn es gibt viele Dinge, die man aktiv tun kann, um seine Konzentration zu verbessern. Das beste: Manche von diesen Methoden sind sogar extrem angenehm und fördern gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden.

Brain-Food zum Denken

Alle wissen, wie wichtig gesunde Ernährung ist. Dabei trägt sie nicht nur dazu bei, dass wir unser Gewicht halten, Erkrankungen vorbeugen und uns rundum wohl fühlen. Mit bestimmten Nahrungsmitteln können wir auch ganz gezielt für eine bessere Konzentration sorgen. So verhindert zum Beispiel proteinreiche Kost wie Eier, Fisch oder Geflügel einen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dieser schnellt nämlich in die Höhe, sobald wir Zuckerhaltiges oder Kohlenhydrate zu uns nehmen. Da dies zu einer überhöhten Insulinausschüttung führt, findet innerhalb von Minuten ein sogenannter „Sugar Crash“ statt. Lebensmittel wie Avocados und Nüsse verhindern dieses Phänomen und sorgen außerdem dafür, dass das Gehirn mit lebenswichtigen Omega-3-Aminosäuren versorgt wird. Zudem ist es wichtig, genügend Flüssigkeit zu trinken. Da unser Gehirn zu 80 Prozent aus Wasser besteht, hilft dies der Konzentration erheblich.

Musik liegt in der Luft

Viele Menschen behaupten, dass sie ohne Musik nicht leben können. Und das aus gutem Grund. Musik unterhält, verbindet, belebt und kann sogar heilen. Daneben kann sie unser Gehirn gezielt beeinflussen und bestimmte Prozesse beschleunigen. Manche Menschen haben zum Beispiel bestimmte Konzentrations-Playlisten, die den Geist schärfen. Darunter fallen Poker-Spieler, Chirurgen oder sogar Künstler. Dies ist übrigens keine neue Erkenntnis. Vor langer Zeit entdeckten Wissenschaftler den sogenannten „Mozart-Effekt“. So konnten sie feststellen, dass alte und klassische Musik ohne Gesang unser Denkzentrum stimulieren kann und auch unsere Kreativität anregt. Noch besser für unsere grauen Zellen ist übrigens das aktive Musizieren. Das Übertragen von Noten in Klänge ist eine abstrakte Aufgabe, bei der das Gehirn seine synaptische Plastizität erweitert und so das Erinnerungsvermögen ausbaut.

Bewegung macht den Unterschied

Es ist allgemein bekannt, dass man sich nur für eine gewisse Zeit am Stück konzentrieren kann. So lässt die Konzentration nach spätestens einer Stunde drastisch nach, da das Gehirn seine Aufnahmefähigkeit verliert. Die beste Medizin ist hier die Bewegung an der frischen Luft. Studien beweisen nämlich, dass Menschen, die sich regelmäßig bewegen, geistig leistungsfähiger sind. Das liegt daran, dass während der körperlichen Anstrengung der präfrontale Cortex des Gehirns heruntergefahren wird. Dieser wird auch als Denkzentrum bezeichnet. Stattdessen verwenden wir das Bewegungszentrum, das für die Koordination und andere motorische Fähigkeiten verantwortlich ist. Während eines Spaziergangs oder Workouts kann sich das Denkzentrum erholen und im Anschluss viel mehr leisten. Selbst eine zehnminütige Trainingseinheit kann wahre Wunder bewirken und die Konzentration um ein Vielfaches steigern.

Gezielte Erholungspausen und ausreichend Schlaf

Pausen und Entspannung sind das A und O, wenn es um unsere Gehirnleistung geht. Schließlich handelt es sich bei diesem Organ um keine Maschine, die ohne Unterbrechung weiterarbeitet. Aus diesem Grund sollte man täglich feste Zeiten oder Rituale haben, die uns entspannen. Dazu zählen Yoga- oder Meditationsübungen, warme Bäder oder aber Pausen, in denen man malt oder einer spielerischen Aufgabe hingibt. Besonders wichtig ist aber ausreichend Schlaf. Denn nur während wir schlafen, kann sich das Gehirn von den vielen Eindrücken des Tages erholen und diese auch verarbeiten. Wie bei einem Computerprogramm sortiert es alle Informationen, wobei manche Daten in das Langzeitgedächtnis wandern und andere einfach gelöscht werden. Die Verarbeitung von Eindrücken kann nicht richtig stattfinden, während wir wach sind, weil wir von zu vielen Reizen überflutet werden. Mit mindestens acht Stunden Schlaf pro Nacht kann man sich deshalb besser konzentrieren als mit sechs.

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